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Surftrip durch England

Dieses Mal geht unser Roadtrip nach England, genauer gesagt an die atlantische Westk√ľste von Cornwall. Oberste Priorit√§t in unserem Gep√§ck: nat√ľrlich die Surfbretter, da wir ein paar sch√∂ne Wellen catchen m√∂chten. Camper mieten, mit der F√§hre √ľbersetzen und unser Roadtrip mit Meerblick kann beginnen. Da liegt sie vor uns, die Westk√ľste mit ihren beeindruckenden Klippen, saftigen Wiesen, gem√ľtlichen Fischerd√∂rfern und Surfspots soweit das Auge reicht.

Autor: Jannis Reichard

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Surftrip durch England – Mal etwas anderes!


Cornwall & Devon

Wir starten in Calais. Von dort aus geht es mit der F√§hre durch den √Ąrmelkanal nach Dover. Es sind zwar noch ca. 450 Kilometer bis an die cornische Westk√ľste, da man England ja noch einmal von Ost nach West durchqueren muss. Dennoch ist das sowohl die k√ľrzeste als auch die g√ľnstigste F√§hrstrecke. Coolerweise sind die Autobahnen in Gro√übritannien kosten¬≠frei und damit kosten uns Hin- und R√ľckfahrt mit der F√§hre f√ľr den Bus ca. 150‚ā¨. Gebucht haben wir dieses Mal √ľber directferries.

Du willst auch mit deinem Camper √ľbersetzen? Hier findest du praktische Tipps f√ľr deinen Camper auf der F√§hre.

Bereits nach 1,5 Stunden sind wir in Do­ver angekommen und es geht wieder runter von der Fähre. Erste kleine Herausforderung: mit dem Linksverkehr klarkommen und keinen Feh­ler machen. Aber unser roadsurfer fährt sich super und schon nach kurzer Zeit haben wir uns sogar an den Linksverkehr gewöhnt.


Folkestone

Unsere erste Station auf unserem Surftrip durch England ist der kleine, aber sehr sch√∂n gelegene Folkesto¬≠ne Club Site-Campingplatz. Er liegt direkt auf der Klippe und ist nur ein paar Kilometer von Dover entfernt. Perfekt zum Runterkommen nach der Autofahrt und das sogar mit Meerblick. ? Reser¬≠vierungen sind online √ľber die Website des Campingplatzes m√∂glich und sicher nicht ver¬≠kehrt, weil der Platz nicht sehr gro√ü ist.

Beer

Nach einer ruhigen Nacht klettern wir am n√§chsten Morgen, getrieben von der Abenteuerlust auf unseren Surftrip durch England, aus unserem roadsurfer. Nach einem kleinen Fr√ľhst√ľck geht¬īs heute weiter Richtung Westen. Das Ziel ist das kleine Fischerst√§dtchen Beer in der Grafschaft Devon. Wir genie√üen hier ein typisches Crab-Sandwich direkt am Strand und erfreuen uns an den kleinen Fischst√§nden am Hafen, an denen die lokalen Fischer ihren fangfrischen Fisch t√§glich verkaufen.

Looe

N√§chster Halt ist Bay View Farm, wo uns die nette Besitzerin sehr herzlich begr√ľ√üt. Hier kann man f√ľr umgerechnet 24 Euro pro Nacht auf der gro√üen, saftig gr√ľnen Wiese mit Blick auf die Bucht von Looe Bay campen. Direkt neben dem schnuckeligen Campingplatz liegt die Bodigga Klippe. Dort beobachten wir die Natur einmal ganz genau. Es gibt nur uns, das Meeresrauschen und das wundervolle Vogelgezwitscher. Ein Ort zum Verlieben.


Lands End / Sennen

Die Stra­ßen werden zunehmend typisch cornisch. So schlängelt sich unser roadsurfer die kleinen und kurvigen Straßen entlang.Oft passen nicht mal zwei Autos nebeneinander vorbei, da die Straßen auf beiden Seiten mit mannshohen Hecken oder sogar Mauern begrenzt sind.

Wir fahren an den westlichsten Zipfel von England: Lands End. Auf dem H√ľgel von Sennen gibt es einen sehr sch√∂nen Camping¬≠platz, Trevedra Farm Campsite, mit gutem Preis-Leistungsverh√§ltnis und wunderbarem Ausblick. Also erstmal Nudeln kochen. Typisches Camper-Essen f√ľr unseren Surftrip durch England, geht eben schnell und schmeckt super. Dann ganz einfach die St√ľhle und den Tisch aus dem Bus auspacken und den wundervollen Sonnenuntergang genie√üen. Was gibt‚Äôs Sch√∂neres?

Und dann endlich Surfen!

Wir haben zwei Surfspots zur Auswahl: entweder Gwenvor, der gut zu Fuß zu erreichen ist, oder Sennen Cove, der im gleich­namigen Dorf ca. drei Kilometer weiter westlich liegt. Beide Spots sind Beachbreaks, die zuverlässig Swell abbekommen.

Wir entscheiden uns f√ľr Gwenvor. Zum Strand ist es ein kleiner Abstieg die H√ľgel hinunter und √ľber eine Kuhweide. Noch ein kleines Abenteuer, bevor es endlich ins k√ľhle Nass geht. Umso sch√∂ner, dass uns das Wasser mit seinen zuverl√§ssigen Swells verw√∂hnt. Zudem ist es wundersch√∂n t√ľrkis und glasklar. Ein Traum wird wahr bei unserem Surftrip durch England.

Die surffreie Zeit nutzen wir f√ľr eine Wanderung zu Lands End. Vom Hafenparkplatz des kleinen √Ėrtchens Sennen gibt es einen Wanderweg, auf dem man in nur einer halben Stunde √ľber die Klippen und H√ľgel mit beeindruckendem Ausblick zum Aussichts¬≠punkt wandern kann.


Penzance

Ein Tagesausflug f√ľhrt uns in die Hafen¬≠stadt Penzane, die als erste plastikfreie Stadt Englands gilt. Dort versorgen wir uns mit den typischen Cornish Pasties, mit Fleisch oder Gem√ľse gef√ľllte Teigtaschen, auf die die Einheimischen m√§chtig stolz sind. Es gibt hier sogar die World Pasty Championchips, wo regelm√§√üig die besten Pasties des Landes ge¬≠k√ľrt werden.

Gwithian

Nach den sch√∂nen Tagen in Sennen und Umgebung ist es Zeit, die Westk√ľste n√§her zu erkunden. Das Wetter zeigt sich zum ersten Mal von seiner schlechten Seite. Wir werden von Wind und Regen begleitet und machen Station in Gwithian, wo wir auf ein paar durch die Bucht gesch√ľtzte Wellen hoffen. Wir werden leider entt√§uscht und schauen uns die gro√üen, vom Sturm gepeitschten Brecher nur von Land aus an.

St. Ives

Ein Alternativprogramm zum Surfen ist gefragt: in St. Ives, einer malerischen K√ľsten¬≠stadt ein paar Kilometer Richtung Norden die K√ľste entlang, machen wir Mittag im Cornish Deli.Hier servieren echte cornische Jungs typisch cornische Gerichte inkl. Local-Bier, Local-Cider und Local Gin&Tonic. Sehr lecker und sehr entspannt. In den Gassen kann man massenweise andere Pubs, Restaurants und Gesch√§fte finden. Sogar die ber√ľhmte Lon¬≠don Tate Gallery of Modern Art hat in St. Ives eine Au√üenstelle. Hier verschmelzen atemberaubende Landschaften mit inspirierender, moderner Kunst. In St. Ives gibt es eine sehr hohe Anzahl an ans√§ssigen K√ľnstlern, weshalb das kleine St√§dtchen nur so vor Kunstwerken strotzt und mit seiner malerischen Kulisse √ľberzeugt.

Polzeath

Eine Autostunde weiter die K√ľste entlang in Richtung Norden liegt die kleine Stadt Polzeath. Online haben wir dort einen Campingplatz gefunden der direkt am Meer liegt: Tristram Camping Park. Der Campingplatz liegt auf einem kleinen H√ľ¬≠gel ca. zehn Meter √ľber der Bucht und in drei Minuten ist man zu Fu√ü am Strand. Morgens k√∂nnen wir noch aus dem Bett die Wellen checken und gucken, ob es sich lohnt, schon aufzuste¬≠hen. Der Platz ist nicht gerade kosteng√ľnstig (ca. 38 Euro in der Nebensaison), aber die Lage rechtfertigt den Preis definitiv. Obwohl es bereits September ist, ist das kleine √Ėrtchen Polzeath immer noch recht gut besucht. Es gibt etliche Surfschulen, Restaurants und auch einen kleinen, aber sehr gut sortier¬≠ten Supermarkt. Aus Gespr√§chen mit netten, englischen Platznachbarn erfahren wir, dass die Nebensaison die bessere Zeit ist, um nach Polzeath zu kommen. In der Hauptsaison ‚Äď Juli und August ‚Äď ist es hier wohl brechend voll, weil ein Gro√üteil der Einheimischen die Ferien am Meer verbringt. Da haben wir uns wohl die richtige Reisezeit f√ľr unseren Surftrip durch England ausgesucht.


Newquay

Wir behalten unser Lager in Polzeath f√ľr ein paar N√§chte ‚Äď direkt am Meer ist es doch einfach am besten ‚Äď und machen einen Tages¬≠ausflug nach Newquay, der vermeintlichen Surferhochburg von ganz England, denn hier gibt es zahlreiche M√∂glichkeiten, surfen zu gehen. Die Stadt selbst ist nicht die H√ľbscheste, es gibt viele Shops und eine etwas rumpelige Partyszene. Aber wir finden das kleine gem√ľtliche Cafe Cloud in der Fore Street, welches die cornische Spezialit√§t Cream Tea serviert. Dies ist klassischerweise ein Scone, ein leicht kr√ľm¬≠meliges Milchbr√∂tchen, den man mit Clotted Cream, der feste Rahm aus Sahne und Mar¬≠melade bestreicht. Dazu wird die obligatorische kleine Kanne englischen Tees serviert. Die Besonderheit im Caf√© Cloud ist die herzhafte Variante. Der Sco¬≠neteig ist mit Zwiebeln gemacht und man bestreicht ihn mit Creamcheese (Frischk√§se). Als Topping gibt es einen Klecks herzhaftes Chutney, zum Beispiel aus karamellisierten Zwiebeln obendrauf plus frischen Schnittlauch. Wir nehmen bei¬≠des und teilen zufrieden.

Newquay hat durch die Surferszene deutlich an Hippness gewon­nen und so erlangt die Gastronomieszene in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit. So hat zum Beispiel Jamie Oliver eines seiner Restaurants hier in Newquay eröffnet.

Nach einem Bummel durch die Stadt, in der gerade das Newquay Fish Festival statt¬≠findet, haben wir zum Gl√ľck schon wieder Hunger, denn wir haben uns schon im Voraus einen Tisch zum Abendessen im Fish House direkt am bekannten Fistral Beach reserviert. Mit direktem Blick auf den Strand und die Wellen gibt es hier sehr, sehr leckeres Seafood. Paul Harwood, ein bekannter ein¬≠heimischer Koch, bereitet dieses mit mediter¬≠ranen und asiatischen Einfl√ľssen aus lokalen Zutaten zu. Das kostet zwar ein paar Pfund (Hauptgerichte ab ca. 23 Euro), aber es ist wirk¬≠lich k√∂stlich und wir verlassen den Laden mit netter Bedienung rundum zufrieden.

Treyarnon

Da wir mit dem roadsurfer Camper ja so sch√∂n mobil sind, macht es Spa√ü, immer neue Orte zu entdecken. Wir machen nochmal ei¬≠nen kleinen Schlenker, in Richtung S√ľden zum Constantine Bay und dem √Ėrtchen Treyarnon. Leider haben wir heute nicht so viel Gl√ľck mit dem Wetter. Beim Surfen in der Bucht haben wir eine sch√∂ne Begegnung. Zwischen den Wellen taucht pl√∂tzlich der Kopf einer gro√üen Robbe auf. Sie mustert uns kurz und fragt sich wohl, was wir eigentlich in ihrem Wohn¬≠zimmer zu suchen haben. Aber sie scheint nichts dagegen zu haben, dass wir da sind und taucht wieder ab.

Von Treyarnon aus kann man auch gut einen Ausflug ins ca. sechs Kilometer entfernte Padstow machen. Das Städtchen gilt als einer der kuli­narischen Hotspots von Cornwall. Es gibt viele gute Restaurants, darunter verschiedene des bekannten Kochs Rick Stein, der in Padstow eine Art Gastronomie-Imperium aufgebaut hat. Au­ßerdem gibt es eine lokale Craftbeer-Brauerei, die Padstow Brewery, die sich einen ziemlich guten Ruf erworben hat und deren Bier man an vielen anderen Orten in Cornwall kaufen kann.


Penhalt Farm

Sehr idyllisch ist unser n√§chster Camping¬≠platz. Er hei√üt Penhalt Farm und befindet sich ca. 1,5 Kilometer oberhalb des Widemouth Bay. Auf einer gro√üen Wiese gibt es hier neben einer Farm Platz f√ľr unseren roadsurfer. Eine einfache und preisg√ľnstige M√∂glichkeit, mit dem Campervan ein paar Tage Halt zu machen. Wir sind auf dem Platz fast allein, es ist super ruhig und man hat einen wunderbaren Blick √ľber das Meer und die sch√∂ne englische Landschaft. Am Abend bekommen wir fantastische Sonnenunterg√§nge in den kit¬≠schigsten Farben geboten. Die N√§chte sind sternenklar und machen jeden Abend zu einem neuen Naturspektakel. Hier ist nichts au√üer uns und dem Sternenhimmel.

Croyde Bay und Saunton Sands

Weiter geht unsere Reise die K√ľste ent¬≠lang. Wir steuern Croyde Bay an, das als einer der besten Surfspots von Cornwall gilt. Der Strand der direkten Nachbarbucht hei√üt Saunton Sands und wurde uns bereits zu Beginn unserer Reise von einem sehr netten, englischen Rentner empfohlen, der uns begeis¬≠tert von seiner Surfervergangenheit erz√§hlte. Mit einer Tr√§ne im Knopfloch berichtete er uns, dass er vor kurzem wegen des Alters mit dem Surfen aufgeh√∂rt hatte, uns Saunton aber als gem√ľtliche Longboarder-Welle sehr empfehlen k√∂nne.

Croyde Bay ist tats√§chlich ein Hotspot der Surferszene und obwohl heute die Wellen super klein sind, ist trotzdem noch einiges los. In Croyde Bay gibt es viele ver¬≠schiedene Campingpl√§tze zur Auswahl. Wir entscheiden uns f√ľr den kleinen, aber feinen Ocean Pitch Campsite mit Knal¬≠lerlage in vorderster Reihe, leicht am Hang und mit super Blick auf die Bucht. Er wird von ein paar hippen Surferdudes und -girls betrieben und dementsprechend ist die Stimmung hier. Die Sanit√§ranlagen sind in ein paar Bauwagen untergebracht und an einer kleinen Bude gibt es morgens Break¬≠fast und abends warme Gerichte wie Curries, Bowls oder Barbecue, bei denen auch Vegeta¬≠rier und Veganer auf ihre Kosten kommen. Genau auf sowas hatten wir bei unserem Surftrip durch England gehofft.


Exmoor National Park

Wir verlassen die K√ľste, denn so langsam neigt sich unser Roadtrip dem Ende zu. Aber wir machen noch einen Abstecher durch den Exmoor National Park im Norden von Devon. Hier gibt es eine Mischung aus viel Wald und karger, bergiger Heidelandschaft. Mit dem Camper fahren wir durch kleine, urige √Ėrtchen und schmale Stra√üen, was dank der kompakten Ma√üe unseres roadsurfers gar kein Problem ist. Viele Menschen gibt es nicht zu sehen, aber auf den Stra√üen, entlang der h√ľgeligen Heideberge m√ľssen wir auf¬≠passen, weil immer wieder Schafe direkt vor uns auf der Stra√üe stehen. Die laufen hier n√§mlich einfach frei herum.

An den Tarr Steps, einer mehreren tausend Jahre alten Steinbr√ľcke √ľber einem kleinen Fluss ma¬≠chen wir eine kleine Wanderung. Es gibt einen kleinen Rundweg von einer knappen Stunde. Der Pub, der direkt an den Steps liegt, hat sch√∂¬≠ne Sitzpl√§tze unter freiem Himmel. Hier sitzen wir etwas am Hang mit Blick auf die Tarr Steps und genie√üen ein hauseigenes Ale. Es gibt aber auch Kaffee und Kuchen oder Gerichte f√ľr den gr√∂√üeren Hun¬≠ger. Zur √úbernachtung fahren wir noch ein paar Kilometer weiter zur Wimbleball Lake Campsite am gleichnamigen See. Personal ist hier nicht vor Ort, aber man kann √ľber das platzeigene WLAN einfach online einen Platz buchen. WLAN ist auch n√∂tig, denn auf dem Campingplatz gibt es, wie auch in den meisten anderen Gebieten des Exmoor National Park, entspannenderweise absolut gar keinen Handyempfang.

Bye bye England

Dann hei√üt es, langsam Abschied nehmen. F√ľr den Heimweg haben wir uns zwei Tage aufgespart. Wir machen einen √úber¬≠nachtungsstop in der N√§he von Reading auf einem kleinen Platz an einem See zwischen Pinienb√§umen, dem California Chalet & Touring Park. Praktisch: Man kann dort anrufen und bekommt dann einen Schl√ľssel deponiert, falls man etwas sp√§ter ankommt.

Und dann endet unser Surftrip durch England mit der F√§hrfahrt nach Dover. Mit der kurzen √úberfahrt nach Calais m√ľssen wir England „bye bye“ sagen. Von Calais aus sind es dann nur noch ca. vier Stunden √ľber die Autobahn zur√ľck nach NRW, auf der uns einmal mehr bewusst wird, dass auch drei Wochen Urlaub ganz sch√∂n schnell vergehen k√∂nnen, wenn man so viel zu sehen bekommt.

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