Mit dem Camper auf die Fähre

Fähre buchen: Das musst du als Camper wissen!

Wer das Meer liebt und gerne in maritime Länder reist, kommt schnell in die Situation, ein Gewässer überqueren zu müssen. Bist du mit dem Camper unterwegs, gibt es da oft nur einen Weg: die Fähre. Was du bei deiner Fährbuchung mit dem VW Bus beachten musst, haben wir dir hier zusammengefasst.

Ob Skandinavien, Kroatien oder eine Mittelmeerinsel – wer hier mit dem VW Camper unterwegs ist, muss die Fähre nehmen. Dabei gibt es Einiges zu beachten. Wann sollte ich wo buchen? Welche Fährverbindungen sind die besten? Setze ich nachts oder am Tag über und wie wird ein VW Bulli überhaupt abgerechnet? Hier gibt’s die Antworten auf deine Fragen. Zum Schluss liefern wir on Top noch zwei Rechenbeispiele für die Überfahrt nach Korsika und Sardinien. So stimmt am Schluss die Reisekasse garantiert.

Allgemeine Basics: Mit dem Camper auf die Fähre

Mit dem Camper Fähren nehmen statt den Landweg zu benutzen kann einige Vorteile haben – letztlich ist es aber oft eine Geschmackssache, eine Frage der Zeit oder aber die Frage, ob Fähre oder Fahren, stellt sich gar nicht erst, da es keinen Landweg zum gewünschten Ziel gibt. Du bist dir noch nicht sicher, ob eine Fährfahrt das Richtige für dich ist? Nach diesen Basis-Fakten wirst du es wissen.

  1. Schlafen auf der Fähre „Campen an Bord“ oder Kabine?

Fährst du über Nacht mit einer Fähre, dauert das oft länger als tagsüber – kann sich aber nach einer langen Bulli-Fahrt auch als sehr reizvoll darstellen. Fähren, die über Nacht unterwegs sind, bieten für ihre Gäste verschiedene Übernachtungsunterkünfte an:

  • Kabinen für 2 bis 4 Personen mit eigener Dusche und WC
  • Suiten
  • Schlafsäle
  • Schlafsessel

Reist du mit einem Camper oder Wohnmobil, kannst du bei manchen Reedereien im Mittelmeer sogar in deinem Bus übernachten. Hier ist es wichtig, rechtzeitig zu buchen und den Wunsch zum „Campen an Bord“ direkt anzukündigen, da das Kontingent an echten „Campingplätzen“ auf Fähren nur sehr begrenzt ist. Sogar in der Nebensaison gibt es hier oft Engpässe.

Bei manchen Reedereien ist es etwas kniffliger, denn sie entscheiden oft erst kurzfristig, ob sie „Campen an Bord“ anbieten. Manchmal ist diese Übernachtungsart auch nur an bestimmten Wochentagen möglich. Nachfragen zahlt sich hier also unbedingt aus.

Kurz und knapp – Wissenswertes zum „Campen an Bord“:

  • Genug Zeit vor Abfahrt einplanen: Freizeitfahrzeuge und Lkw fahren zuerst auf die Fähre
  • Einparken will gelernt sein: Die Fahrzeuge parken sehr eng hinter- und nebeneinander. In jedem Fall nicht nervös werden, lasst euch Zeit!
  • Blauen Adapterstecker nicht vergessen: Fast alle Fähren bieten kostenlose Elektroanschlüsse nach CEE-Norm an. Euer roadsurfer Camper hat den Stecker natürlich mit an Bord.
  • Die Küche bleibt kalt: Gasgeräte dürfen nicht benutzt werden, Gasflaschen bzw. Gashähne (im roadsurfer unter dem Gasherd im Schrank) müssen zugedreht werden.
  • Eine Fähre ist kein Campingplatz: Es ist eng, es ist laut, aber es ist dein eigenes Bett und günstiger als eine Schlafkabine.
  • Sanitärcontainer mit Duschen stehen zur Verfügung

Bei schlechtem Wetter könnte der Traum vom „Campen an Bord“ allerdings ganz schnell platzen, denn der Kapitän kann bei Sturm ein „Deckverbot“ aussprechen. Dann heißt es leider: Ab unter Deck und auf Sonne bzw. den nächsten Morgen warten. Das könnte unter Umständen dann heißen: Auf dem Boden hocken…

  1. Essen auf der Fähre: Eis, Snacks und mehr…

Auf so ziemlich jeder Fähren gibt es (Selbstbedienungs-) Restaurants, kleine Cafés und Snackbars. Verhungern muss also niemand, auch wenn der Gaskocher nicht angeschmissen werden darf und die Vorräte knapp werden. Oft gibt es sogar eine Cocktailbar für die Großen und eine Eisdiele für die Kleinen.

  1. Unterhaltung auf der Fähre: Für die Kinder an Bord gibt es oft Programm

„Mama, mir ist langweilig, wann sind wir da?“ ist nicht nur ein oft gehörter Satz bei langen Autofahrten, auch auf der Fähre kann es gerade für die Kids langweilig werden. Das muss es aber nicht, denn auch in Sachen Unterhaltung warten Fähren mit verschiedenen Angeboten auf. Je nach Größe der Fähre und Dauer der regulären Überfahrten gibt es auf den Schiffen häufig einen Pool und ein Sonnendeck. Auch Fitnessstudio und Wellnessangebote sind keine Seltenheit, übrigens genauso wie Discos, Casinos, Einkaufcenter und Fernseher. Viele Fähren bieten auch Kinderanimation und Videospiele an.

  1. Das Haustier auf der Fähre: Bitte Wauwau anmelden!

Für Vierbeiner musst du auf einer Fähre extra zahlen. Hunde müssen einen Maulkorb tragen und an der Leine geführt werden. Im Normalfall müssen die Tiere auf den Außendecks der Fähre bleiben. Eine Ausnahme bilden extra Kabinen für Tierbesitzer. Oft gibt es auch Hundetoiletten und Hundezwinger oder –boxen an Deck. Beim Campen an Bord dürfen die Tiere im Bus übernachten, aber nur, wenn sich die „Nachbarn“ nicht gestört fühlen. In diesem Fall muss der Vierbeiner in die entsprechenden Boxen.

Besonders wichtig: Informiere dich vorher über die Einreise- und Impfvorschriften für deinen Liebling im Ankunftsland. Auch bei der Anreise zum Fährhafen kann das schon wichtig werden.

Mit dem roadsurfer Camper auf die Fähre? Das sind die Fakten!

Du möchtest mit einem unserer roadsurfer Camper mit einer Fähre fahren? Dann gibt es für dich ein paar wenige, aber wichtige Dinge zu beachten. Roadsurfer Bullis zählen als Pkw – was gut ist, denn so zahlst du von vorne herein weniger als beispielsweise für einen Kastenwagen oder ein größeres Wohnmobil. Bei einer Fährbuchung ist außerdem die richtige Angabe der Fahrzeugmaße wichtig.

Maße deines roadsurfer-Bullis:

  • Länge 5,4m (Langer Radstand)
  • Breite 2,2m (inkl. Außenspiegel)
  • Höhe 1,99m

Angaben bei der Fährbuchung mit dem roadsurfer-Bulli:

Wenn du eine Fähre buchst, gibst du immer die Fahrzeuglänge „6 Meter“ an. Dann hast du auch bei einem montierten Fahrradträger, der auch bei Nicht-Buchen mal montiert sein kann, noch „Luft nach hinten“.

Beim KFZ Kennzeichen musst du bei Buchung immer „Rental Car“ angeben. Denn durch einen Mietausfall oder Werkstattaufenthalt könnte das Kennzeichen von uns noch kurzfristig getauscht werden und stimmt dann nicht mehr überein. Aber keine Sorge: die Fähranbieter kennen und akzeptieren diese Verfahren.

Fahrzeugschaden auf einer Fähre – was nun?

Für Schäden am Fahrzeug, die während der Benutzung von Fähren entstehen, besteht leider kein Versicherungsschutz für den Mieter. Du bist aber trotzdem verpflichtet, uns diese Schäden mitzuteilen, auch wenn du die Kosten dafür selbst tragen musst. Unglaublich aber wahr: Sollte die Fähre sinken und das Fahrzeug damit verloren gehen, deckt dies unsere Versicherung ab!

Beispiel: Mit der Fähre nach Sardinien

Die italienische Mittelmeerinsel Sardinien ist ein Traum für Camper. Um mit dem Bulli auf die Insel zu gelangen, hast du verschiedene Möglichkeiten:

  • Civitavecchia (Italien) – Arbatax (Tirrenia)
  • Genua (Italien) – Arbatax (Tirrenia)
  • Civitavecchia (Italien) – Cagliari (Tirrenia)
  • Neapel (Italien) – Cagliari (Tirrenia)
  • Palermo (Italien) – Cagliari (Tirrenia)
  • Livorno (Italien) – Golfo Aranci (Corsica Sardinia Ferries)
  • Civitavecchia (Italien) – Olbia (Grimaldi Lines, Tirrenia)
  • Genua (Italien) – Olbia (MOBY Lines, Tirrenia)
  • Livorno (Italien) – Olbia (MOBY Lines, Grimaldi Lines)
  • Piombino (Italien) – Olbia (MOBY Lines)
  • Civitavecchia (Italien) – Porto Torres (Grimaldi Lines)
  • Genua (Italien) – Porto Torres (Grandi Navi Veloci, Tirrenia)
  • Bonifacio (Korsika, Frankreich) – Santa Teresa Gallura (MOBY Lines, Blue Navy)

Die meisten reisen über Genua an. Die häufigsten Verbindungen von Genua aus bietet die Reederei Tirrenia an. Bei diesem Anbieter und bei MOBY Lines gibt es von Genua nach Olbia oder auch Arbatax auch die Möglichkeit von „Campen an Bord“ – aber nur bei ausgewählten Verbindungen.

Für unser Rechenbeispiel gehen wir von einer kleinen Familie aus, die an Bord in ihrem Camper übernachten möchte. Je nach Wahl der Übernachtungsmöglichkeit und wann du fahren möchtest, sind die Preise natürlich anders. Sieh unsere Rechnung daher nur als grobe Orientierung.

Rechen-Grundlage:

  • Strecke: Genua – Olbia
  • Anbieter: MOBY Lines
  • 2 Erwachsene
  • 2 Kinder (4 bis 11 Jahre)
  • Roadsurfer Bulli
  • Reisezeit: Juni

Rechnung:

108,00Euro (1 Kleinbus)

+            68,00 Euro (2 Erwachsene)

+            00,00 Euro (2 Kinder)

+            54,37 Euro (Zuschläge und Gebühren)

=            230,37 Euro

Beispiel: mit der Fähre nach Korsika

Auch der französische Nachbar von Sardinien, Korsika ist ein fantastisches Ziel für Campingfreunde. Es führen auch hier verschiedene Wege:

  • Marseille (Frankreich) – Ajaccio (Corsica Linea, La Meridionale CMN)
  • Nizza (Frankreich) – Ajaccio (Corsica Sardinia Ferries)
  • Toulon (Frankreich) – Ajaccio (Corsica Sardinia Ferries)
  • Genua (Italien) – Bastia (MOBY Lines)
  • Livorno (Italien) – Bastia (Corsica Sardinia Ferries, MOBY Lines)
  • Marseille (Frankreich) – Bastia (Corsica Linea, La Meridionale CMN)
  • Nizza (Frankreich) – Bastia (Corsica Sardinia Ferries, MOBY Lines)
  • Savona (Italien) – Bastia (Corsica Sardinia Ferries)
  • Toulon (Frankreich) – Bastia (Corsica Sardinia Ferries)
  • Marseille (Frankreich) – L’Île-Rousse (Corsica Linea)
  • Nizza (Frankreich) – L’Île-Rousse (Corsica Sardinia Ferries)
  • Toulon (Frankreich) – L’Île-Rousse (Corsica Sardinia Ferries)
  • Marseille (Frankreich) – Porto-Vecchio (Corsica Linea)
  • Marseille (Frankreich) – Propriano (La Meridionale CMN)

Der Einfachheit halber nehmen wir auch für das Rechenbeispiel nach Korsika dieselbe Familie als Grundlage. Dieses Mal möchten unsere vier Urlauber aber in einer Kabine mit WC und Dusche übernachten. Je nach Wahl der Übernachtungsmöglichkeit und des Zeitraums können die Preise natürlich abweichen. Die Rechnung dient daher auch hier nur als Orientierung, nicht als Garantie.

Rechen-Grundlage:

  • Strecke: Toulon – Bastia
  • Anbieter: Corsica Sardinia Ferries
  • 2 Erwachsene
  • 2 Kinder (4 bis 11 Jahre)
  • roadsurfer Bulli
  • Reisezeit: Juni

Rechnung:

105,91 Euro (1 Kleinbus)

+            28,20 Euro (2 Erwachsene, 2 Kinder)

+            76,88 Euro (1 Vier-Bett-Kabine)

+            56,55 Euro (Zuschläge und Gebühren)

=            267,54 Euro

In der Hauptsaison solltest du Fährtickets generell immer vorab online buchen. „Campen an Bord“ wird nicht für alle Strecken und auch nicht von allen Reedereien angeboten – Nachfragen lohnt sich aber. Außerdem wichtig: Immer genügend Zeit vor Abfahrt des Schiffes einplanen. Das ist einfach stressfreier und du umgehst böse Überraschungen.

Schwer ist es aber in jedem Fall nicht, mit einem Camper die Fähre zu nutzen. Also, probiere es aus und genieße deinen Urlaub auf der anderen Uferseite! Wir wünschen viel Spaß.

JETZT ROADSURFER CAMPER BUCHEN!
Von | 2018-05-03T16:57:30+00:00 05/2018|Camping Leben, Sommerurlaub|0 Kommentare

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